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BRÜSSEL: PRÄSENTATION

Der folgende Text ist eine Bearbeitung der Transkription der Audio-CDs der Konferenz 2005.

Anwesend für Brüssel waren Herr François Lourtie, Jugendbeauftragter der belgischen frankophonen Liga der Menschenrechte und Frau Catherine Godefroid, Koordinatorin des europäischen Programms „Europäisches Jahr der Bürgerschaft durch Bildung“, vom Ministerium der französischen Gemeinschaft.

Die Brüsselrepräsentanten haben, wie es in der Vorbereitung zur Konferenz vorgeschlagen wurde, drei Problemfelder skizziert:

  • Chancengleichheit in der Bildung: Es bestehen dahingehend nach wie vor Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.
  • Kulturproblematik: Kulturveranstaltungen sind oft zu teuer für junge Menschen. Aus finanziellen Gründen findet somit eine Partizipation am gesellschaftlich – kulturellen Leben nicht statt. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Kultur der Migranten massiv unterrepräsentiert ist.
  • Problematik des Wohnungswesens, der Arbeitslosigkeit und rassistischer Diskriminierung: Dies seien die hauptsächlichen Faktoren, die zu einer „positiven Diskriminierung“ in den Schulen führen.

Dass man, den politischen Willen vorausgesetzt, diese gesellschaftlichen Missstände nachhaltig verbessern kann, zeigt das Beispiel der Französischen Gemeinschaft. Diese versucht eine Art zentrales Informationsmanagement (z.B. im Anlegen von Datenbanken) zu organisieren, um somit eine fundierte und landesweite Kommunikation über Information wie z.B. die Frage der Bürgerschaft, des Umweltschutzes und der Nord-Süd-Zusammenarbeit zu verbessern, bzw. in einigen Fällen überhaupt erst zu ermöglichen.

Nichtregierungsorganisationen, Schulen und Vereine können sich dank dieser zentralen Anlaufstelle nun ebenfalls rascher einen Überblick verschaffen und entsprechend ihres Interesseschwerpunktes recherchieren. Die Arbeit der französischen Gemeinschaft schafft somit die Grundlage für eine kompetente und dynamische gesellschaftliche Kommunikation.

Herr Lourtie präsentierte ein Projekt, das die belgische frankophone Liga der Menschenrechte  während des ganzen letzten Jahres in Zusammenarbeit mit zwei Schulen durchgeführt hatte. Aus diesem vor allem politisch motivierten Jugendprojekt, das sich mit dem Thema der „beteiligten und engagierten Bürgerschaft“ beschäftigte, resultierte ein weiteres dreitägiges Treffen zwischen neun Schulen aus Brüssel, bei dem der „Kompass“ als Instrument aktiv benutzt wurde. Die belgische frankophone Liga der Menschrechrechte versteht sich primär als Impulsgeber, wie Herr Lourtie betonte. Alle Projekte innerhalb der Liga der Menschenrechte dienen der politischen Meinungsbildung. Statt definierte Antworten zu geben, geht es um die Herstellung eines Problembewusstseins. Das Ziel bestehe vor allem darin, bei den Teilnehmern die demokratische Basiskompetenz der Diskursfähigkeit zu fördern.

Abschließend sprachen die Vertreter der belgischen Delegation über die Situation der nationalen und internationalen Partnerschaften in Brüssel. Zwar existiere zurzeit keine direkte Partnerschaft mit der Französischen Gemeinschaft, jedoch erhalten ausgewählte Organisationen und Vereine eine finanzielle Unterstützung. Die Zusammenarbeit mit den Nichtregierungsorganisationen wurde besonders lobend erwähnt. Die Kooperationsbereitschaft und effektive Zusammenarbeit sei beispielhaft. 

Trainer: Pascal Hildebert ist Franzose, lebt in Brüssel und ist Freelance-Trainer seit drei Jahren.

Bereiche möglicher Zusammenarbeit: Teilnahme-Ideen

  • Jugendliche dazu motivieren, ihre Hauptthemen in Verbindung mit den eigenen Bedürfnisse zu bringen.
  • Beziehungen zwischen Schulen aufbauen, um Diskriminierung zu bekämpfen.


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