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BERLIN: PRÃSENTATION

Der folgende Text ist eine Bearbeitung der Transkription der Audio-CDs der Konferenz 2005.

Für die Stadt Berlin waren anwesend Herr Philipp Harpain, Theaterpädagoge vom Grips Theater Berlin, Herr Dr. Ben Khumalo-Seegelken, Projektleiter vom MILES – Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule beim LSVD Berlin-Brandenburg e.V., Herr Claus Nachtwey, Leiter des Fachbereichs für gleichgeschlechtliche Lebensweise von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport und Herr Philipp Mühlberg, Referatsleiter „Soziale Stadt“, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Herr Harpain definierte die Arbeit des Grips Theaters als „emanzipatorisches Kinder- und Jugendtheater“. Es befasst sich möglichst konkret mit den aktuellen Problemen und Sorgen der Jugendlichen, die in einer Inszenierung einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Das aktuelle Aktionsprogramm des Grips Theaters mit dem Titel „Hier geblieben“ thematisiert die Flüchtlingsproblematik, von der besonders Jugendliche betroffen sind.

Herr Dr. Khumalo-Seegelken berichtete über das Projekt „Kai ist schwul, Murad auch“, das sich mit der mehrfachen Ausgrenzung der lesbischen Migrantinnen und schwulen Migranten beschäftigt. Mehrfach deshalb, weil einerseits die Migranten Diskriminierungen ausgesetzt sind und es anderseits zu Diskriminierungen innerhalb der Gruppe der Migranten kommt, die homosexuellen Migranten betreffend. Wenn beispielsweise Migrantenkindern bewusst wird, dass sie sexuell gleichgeschlechtlich orientiert sind, kommt es regelmäßig zu familieninternen Ausgrenzungen. Daher ist die Förderung von Jugendgruppen in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. Die in den Jugendgruppen vermittelten demokratischen Grundwerte werden von den Jugendlichen in die Familien und Schulen getragen. Die teilnehmenden Jugendlichen fungieren somit als Multiplikatoren und tragen zu einer Erhöhung des Problembewusstseins bei. Erst in dieser gesellschaftlichen Atmosphäre einer konstruktiven Wertediskussion ist es möglich, Aufklärung zu betreiben und somit Demokratie zu fördern.

Herr Nachtwey informierte, dass die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport die Aktion „Kai ist schwul, Murad auch“ unterstützt und finanziert. Das Projekt ist eines unter zahlreichen weiteren Initiativen mit vergleichbarer Thematik, da die Politik der Problematik der Mehrfachdiskriminierung einen hohen Stellenwert einräumt.

Anschließend stellte Herr Mühlberg das Projekt „Madonna“ vor. Dabei handelt es sich um eine offene Jugendfreizeiteinrichtung, die speziell muslimischen Mädchen und jungen Frauen Angebote wie beispielsweise Hausaufgabenhilfe und aktive Freizeitgestaltung zu Verfügung stellt. Der Hintergrund für die Einrichtung dieses Jugendtreffs ist das Programm „Quartiersmanagement“ im Rahmen der Maßnahmenstrategie der „Sozialen Stadt“ des Landes Berlin. Mittlerweile gibt es in Berlin 30 Quartiersmanagementgebiete, dabei handelt es sich um Gebiete mit sogenannten „benachteiligten Nachbarschaften“. Bei dem Mädchentreff „Madonna“ handelt es sich in erster Linie um den Versuch, gesellschaftlichen und religionsspezifischen Differenzen in einem offenen Dialog zu begegnen. Auf der Ebene des alltäglichen Miteinanders findet so eine zwanglose ideologische Auseinandersetzung statt, die bemüht ist, einem aufkommenden Islamismus in diesen Quartieren zu begegnen. Die Standards des Zusammenlebens der Berliner Gesellschaft, wie Religionsfreiheit, Toleranz, Rechtsstaatlichkeit, usw. werden auf undogmatische Art und Weise vermittelt.

Trainer: Andreas Karsten ist Deutscher, lebt in Berlin und ist Freelance-Trainer.

Bereiche möglicher Zusammenarbeit: Teilnahme-Ideen

  • Ausbildung der Sozialarbeiter um Menschenrechtsthemen und Vielfalt in der Verwaltungskultur zu erkennen
  • Menschenrechtsgrundthemen und Vielfalt in der Verwaltungskultur 
  • Immigranten-Sensibilisierung zu Themen wie: Geschlechtsidentität und Bewusstseinsbildung
  • Internationales Theaterprojekt zum Thema und rund um Menschenrechtsbildung


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